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14. März 2018 Matthias Uphoff, Kreissprecher DIE LINKE. Lippe

DIE LINKE. Lippe fordert: „Nein, so nicht, Frau Vieregge! Minderjährige in Ausbildung müssen besonders geschützt werden – und ganz besonders bei der Bundeswehr!“

Matthias Uphoff, Kreissprecher DIE LINKE. Lippe

Matthias Uphoff, Kreissprecher DIE LINKE. Lippe

Die LINKSFRAKTION und Bündnis `90/Die Grünen im Bundestag hatten beantragt, das Eintrittsalter in die Bundeswehr auf 18 Jahre festzusetzen bzw. das Anwerben von Minder-jährigen zu verbieten. Der Sprecher des Kreisverbandes DIE LINKE. Lippe, Matthias Uphoff, widerspricht jetzt den Ausführungen der lippischen Bundestagsabgeordneten Kerstin Vieregge (CDU) zum Antrag der beiden Fraktionen: „Frau Vieregge, wie muss man eigentlich drauf sein, wenn man wie Sie Jugendliche für die Bundeswehr werben will? Nicht grundlos war zu Zeiten der Wehrpflicht das Mindestalter 18 Jahre, und die Berufsausbildung musste beendet sein.“

Früher sprach man, so Uphoff, von „Y-Reisen“ wenn Bundeswehrsoldaten durch die Republik oder gar ins Ausland reisten zu Ausbildungszwecken. Heute sieht es so aus, dass die Bundeswehr sich direkt an Jugendliche wendet, die eben erst ihren Schulabschluss erreicht haben. Jugendliche, die zur Bundeswehr kommen, könnten sich, so spiegelt die Werbekampagne vor, weltweit auf Kosten des Staates per Fregatte, im Euro-Fighter oder Panzer mit der Waffe „bewähren“! Hier wirft sich die Frage der gesellschaftspolitischen Verantwortung auf, denn welch junger Mensch fragt schon danach, ob hinter diesem attraktiven Angebot ein Einsatz im Kriegsgebiet steckt. „Die Gefahr, dass Jugendliche dann nur dem Anreiz folgen, ferne Länder kennenzulernen und das große Abenteuer zu erleben, ist allzu groß.“, führt Uphoff weiter aus. „Die Toten vor Ort oder die toten Kameraden zu erwähnen, das wird bei den „tollen Ausbildungsangeboten“ der Bundeswehr regelmäßig vergessen. Und erst wenn sie die Realität sehen, wollen viele die Bundeswehr wieder verlassen. Laut ARD-Doku vom 12. März (Geschichte im Ersten: Als das Gewissen geprüft wurde) ist der Umgang mit den heutigen Verweigerern allerdings ein Skandal, um den sich kaum jemand kümmert.“

Uphoff will von der Abgeordneten Vieregge eine klare Auskunft, warum sie trotz alledem dafür plädiert, junge Menschen für Kriegseinsätze im Ausland zu gewinnen. Empört fordert der Kreissprecher der LINKEN: „Es ist schon an sich falsch, dass die Bundeswehr an Schulen werben darf! Jugendliche, die erst 17 Jahre sind, dürfen einfach nicht geworben werden! Oder würden Sie, Frau Vieregge, Ihre Nichten und Neffen mit 17 schon zur Bundeswehr schicken? Es gibt sogar bei zivilen Berufsausbildungen Einschränkungen für Minderjährige zu ihrem Schutz. Selbstverständlich sollten für die Bundeswehr dieselben Voraussetzungen gelten. 17-jährige dürfen nicht einmal den Bundestag wählen, sollen aber schon Dienst in der Bundeswehr tun. Die CDU in NRW hat das Wahlrecht für Jugendliche ab 16 zur Landtagswahl vehement abgelehnt, weil sie Jugendliche für “nicht reif genug“ hielt. Aber mit 17, nur ein Jahr später, sollen Jugendliche für den Dienst bei der Bundeswehr und für den möglichen Tod im Einsatz „reif genug“ sein?“