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Camila Cirlini, Michael Pusch

Aktivist*innen weiten Fleisch-Angebot auf Gütersloher Schinkenmarkt aus

Das Bündnis gegen die Tönnies-Erweiterung hatte am Samstag von 12 bis 18 Uhr mit dem Verein Fairleben zwei Stände nahe des Schinkenmarktes in der Berliner Straße angemeldet. Ab 15 Uhr veranstaltete die Gütersloher Gruppe von Anonymous for Voiceless einen Cube of Truth. Während der Aktionen gab es reges Interesse und viel Zustimmung, aber auch manches Gespräch kontroverser Natur.

Am Info-Stand des Bündnisses in der Nähe von H&M hieß es: „Fleisch frisst die Welt“ und „Das System Tönnies stoppen“. Damit war klar, um was es hier geht: Massentierhaltung, Ernährung, Gesundheit, Arbeitsbedingungen, Umwelt und Klima. An der Aktion nahm auch Friedrich Straetmanns aus Bielefeld teil. Er ist Mitglied der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag.

Am anderen Ende des Schinkenmarktes boten das Bündnis und der Verein Fairleben ‚frisch geschlachteten Bio Menschen‘ zum fiktiven Verkauf und Verzehr an. Die Frage „Ist Tiere töten ok?“ war Auslöser zahlreicher Gespräche und Diskussionen über Tierrechte und vieles mehr.

Anschließend wurden im Cube of Truth auf Laptops Videos über den grausamen Umgang mit Tieren gezeigt, hauptsächlich aus der Nutztier-Industrie. Damit wollen die Aktivisten auf das Leiden der „sogenannten“ Nutztiere in unserem System aufmerksam machen.

Camila Cirlini, Mitbegründerin des Bündnisses gegen die Tönnies-Erweiterung, sagt dazu: „Für die Lebensmittelgewinnung sperrt der Mensch Tiere in kleine Käfige, foltert sie mit stundenlangen Transporten und schickt sie in CO²-Gruben, wo sie abschließend ein grausamer Erstickungstod erwartet. Letzteres gilt meist auch für Bio-Tiere. Die Auswirkungen auf die Umwelt sind katastrophal. Das World-Watch-Institute kommt zu dem Schluss, dass mindestens 51% aller klimaschädlichen Gase allein durch die Tierhaltung und den Konsum tierischer Produkte verursacht werden. In diese Rechnung gehören selbstverständlich auch die Transporte für Viehfutter und tierische Produkte im Allgemeinen. Auch in diese Rechnung mit einzubeziehen sind Regenwaldbrände, die der Flächengewinnung für Nutztiere und Futtermittelanbau dienen und die Verseuchung der Gewässer durch Gülle. Ein paar Gütersloher fühlten sich durch unsere Anwesenheit auch später während ihres Ganges über den Schinkenmarkt gestört und beschwerten sich – so berichtete uns die Polizei – und wählten die 110. War es das schlechte Gewissen? Möchte man mit dem Anteil, den man selbst zur drohenden Klimakatastrophe beiträgt, vielleicht nicht konfrontiert werden?“

Der Rundgang der Aktivisten nach Abschluss des Aktionstages auf dem Schinkenmarkt brachte die Betreiber offensichtlich ins Schwitzen, denn sie baten die Aktivisten zu gehen: Camila Cirlini sagt dazu: „Wir haben genau wie alle anderen Besucher nach unserer Veranstaltung ein Bierchen auf dem Schinkenmarkt getrunken und uns unterhalten. Dass unsere bloße Anwesenheit für so viel Unsicherheit und Unbehagen führt, hätten wir nicht gedacht. Noch leben wir ja in einem Land, in dem ein Recht auf Meinungsfreiheit und auf Ausübung von Kritik Bestandteil des Grundgesetzes sind und deshalb haben wir auch nicht eingesehen, den Schinkenmarkt zu verlassen.“

Camila Cirlini, Tel. 0157-72346415 camila.cirlini@die-linke.de

Michael Pusch, Tel. 0171-1709215, michael.pusch@dielinke-guetersloh.de

Mehr Infos hier:

https://buendnis-gegen-die-toennies-erweiterung.de/

http://fairlebengt.de/