Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen
Nicht nur Tönnies, die ganze Fleischbranche gehört zu den Klimakillern

DIE LINKE. Kreisverband Gütersloh

Fusion Reinert und Kemper: Kein zweites Tönnies im Kreis!

Mit der geplanten Fusion der Fleischwarenhersteller Reinert aus Versmold und Kemper aus dem niedersächsischen Nortrup zu „The Family Butchers“ (TFB) soll der nach Tönnies zweitgrößte Anbieter auf dem deutschen Wurstmarkt entstehen. Der Kreisverband DIE LINKE. Gütersloh hält das für den völlig falschen Weg. Fast alle Argumente, die aktuell gegen den Tönnies-Konzern vorgebracht werden, sprechen nicht nur eindeutig gegen die Pläne von Reinert und Kemper, sondern stellen den Fortbestand der gesamten Branche in Frage.

Dazu Uschi Kappeler, die Sprecherin des Kreisverbandes DIE LINKE: „Wer nicht zu den letzten verbliebenen Leugnern des Klimawandels gehört, der weiß auch, dass die industrielle Landwirtschaft zu den Hauptverursachern der Klimakatastrophe gehört. Die Massentierhaltung spielt dabei eine entscheidende Rolle. Auf Massentierhaltung beruht aber das Geschäftsmodell von Tönnies, „The Family Butchers“ und all den anderen. Dieses System stinkt regelrecht zum Himmel, es beschert uns Gülle, Nitrat und multiresistente Keime, quält Tiere, verschwendet unser Wasser, trägt maßgeblich zum Artensterben bei und zerstört im globalen Ausmaß Lebensräume. Die Antwort darauf kann nur eine drastische Reduzierung des Fleischkonsums sein.“

Michael Pusch, Sprecher des Kreisverbandes, sieht viele Verlierer einer möglichen Fusion: “Wer mehr Marktanteile auf einem im wahrsten Sinne des Wortes gesättigten Markt gewinnen will, muss die Kosten drücken. Fusionen führen oft zu einem massiven Abbau von Arbeitsplätzen und damit einer Senkung der Lohnkosten. Gerade die Fleischbranche ist zudem dafür berüchtigt, zur Profitmaximierung auf prekäre Arbeitsverhältnisse und vor allem auf Werkverträge zu setzen. Der Zwang die Kosten zu drücken steht aber auch jeder nennenswerten Verbesserung in Sachen Tierschutz und Umweltschutz im Wege. Alle sozialen und ökologischen Gründe sprechen also nicht nur gegen eine weitere Konzentration in der Branche, sondern gegen die industrielle Fleischproduktion generell. Die Zeit ist reif, über eine radikale Umstellung der gesamten Landwirtschaft zu diskutieren. Hin zu einer regionalen, ökologischen Versorgung mit Lebensmitteln; geerntet, verarbeitet und verkauft zu fairen Löhnen in gesicherten Arbeitsverhältnissen. Kleinere dezentrale Strukturen schaffen zudem mehr Arbeitsplätze und verkürzen die Arbeitswege. Wenn wir gute Arbeitsbedingungen und hohe ökologische Standards für alle haben wollen, hat das natürlich seinen Preis. Es geht also nicht ohne eine Umverteilung von Einkommen und Vermögen.“