Zum Hauptinhalt springen

NEIN zu Gewalt gegen Frauen und Mädchen

Annamaria Diaz für das Frauenplenum / DieLinke-Bielefeld

Internationaler Tag NEIN zu Gewalt gegen Frauen und Mädchen

Frauenrechte sind Menschenrechte: Gewalt an Frauen bekämpfen!

Rede von Annamaria Diaz auf der Demo der kurdischen und yezidischen Frauen am 21.11. in Bielefeld

Vielen Dank an die Yezidischen und Kurdischen Frauen für die Einladung heute hier als linken Frauen mit Euch zusammen zu demonstrieren.

Gewalt gegen Frauen ist ein Verbrechen an den Rechten jedes Menschen. Jede dritte Frau in der Welt und jede vierte in Deutschland ist Gewalt ausgesetzt. Gewalt an Frauen in jeglicher Form stellt die Gültigkeit der Menschenrechte in Frage.
Gewalt an Frauen hat viele Gesichter: Verletzung des Rechts auf Selbstbestimmung,
Zwangsheirat, körperliche und seelische Schikane, Ausbeutung, Demütigung und
Diskriminierung.
Extreme Gewalt müssen Migrantinnen erleiden, die neben allem anderen mit dem alltäglichen Rassismus konfrontiert sind.
Geschlechtsspezifische Gewalt hat direkte, strukturelle und symbolische Wirkungen.
Körperliche und sexuelle Gewalt an Frauen geht in den meisten Fällen vom eigenen Partner oder von Personen aus dem familiären Umfeld aus. Sie kommt in allen sozialen Gruppen vor.
Gewalt ist eine Waffe, um Frauen zu unterwerfen. Solange das gegenwärtige
Herrschaftssystem besteht, solange es rechtliche und soziale Ungleichheit gibt, fühlen sich Männer und Staaten berechtigt, Gewalt gegen Frauen auszuüben.
Opfer der Kriege der Gegenwart sind zu 70 bis 80 Prozent Zivilisten, meist Frauen und Kinder.
Sie werden in Gefängnissen und Flüchtlingslagern gequält und gedemütigt. Sie werden systematisch vergewaltigt – eine Praxis, die in vielen Konflikten bewusst als Waffe eingesetzt wird. Im Krieg werden Frauen bewusst zu Opfern gemacht. Im Frieden erleben sie die Hölle im eigenen Heim.
Zwischen Militarismus und patriarchaler Unterdrückung besteht ein Zusammenhang. Frauen erleben im Alltag unerträgliche Gewalt: Verbrechen, Vergewaltigung, Elend, Arbeitslosigkeit, wirtschaftlicher Unsicherheit und Frauenhandel.
Überall in der Welt vernichten Fundamentalismus und religiöser Fanatismus Frauenrechte.

Wir linken Frauen kämpfen gegen die Gewalt!

Wir wollen nicht nur die ökonomischen,sondern jegliche Unterdrückungverhältnisse
überwinden, seien sie ethnisch, religiös, kulturell oder geschlechtlich begründet.
Wir linke Frauen verteidigen das Recht von Frauen auf Selbstbestimmung,
Empfängnisverhütung und freie Abtreibung. Wir fordern, sexuelle Verstümmelung und Zwangsheirat zu verbieten und unter Strafe zu stellen.

Wir fordern in Deutschland die Gesetze gegen jegliche Art geschlechtsspezifischer Gewalt konsequent umzusetzen und ausreichende Mittel dafür bereitzustellen.

Migrantinnen sollen – unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus in Deutschland – volle Rechte genießen.

Wir fordern eine bessere Kontrolle von Kleinwaffen und ihrem Besitz. Dadurch kann Leben gerettet werden, vor allem das von Frauen. Wir wenden uns dagegen, Frauenrechte zur Begründung neuer Kriege oder zur Verschärfung des Einwanderungsrechts zu missbrauchen.

Wir fordern in ganz Deutschland, auch in Bielefeld, soziale Sicherheit, gleiche und gute medizinische Versorgung für Männer und Frauen, gleichen Lohn, gleichen Zugang zu Bildung und Einkommen, menschenwürdige Erwerbsarbeit für alle, Gleichstellung in der Politik sowie in allen Bereichen des sozialen und wirtschaftlichen Lebens.

Am 25. November, dem Internationalen Tag »NEIN zu Gewalt an Frauen und Mädchen!« bekräftigen wir durch gemeinsame, abgestimmte Aktionen unser Recht auf Selbstbestimmung, soziale Gerechtigkeit, Respekt und Würde.
Auf ein Leben ohne Gewalt!

Annamaria Diaz für das Frauenplenum / DieLinke-Bielefeld

Bielefeld 22.11.2014

Zurück zum Kopf der Seite