Wir trauern um Dr. med. Klaus Piel
Dr. Klaus Piel war ein Arzt, Humanist und Internationalist, der mit unerschütterlicher Konsequenz an eine gerechtere Welt und an die Kraft gelebter Solidarität glaubte. Am 22. November 2025 ist er gestorben und hinterlässt eine Lücke, die in der deutschen und europäischen Kuba-Solidarität, in Kuba selbst und weit darüber hinaus schmerzlich spürbar ist.
Lebenswerk für Kuba
Als Vorsitzender und Gründungsinitiator der Humanitären Cuba Hilfe Bochum widmete er über drei Jahrzehnte seines Lebens der praktischen Unterstützung Kubas. Aus Empörung über die Folgen des Zusammenbruchs der Sowjetunion für Kuba und aus unmittelbarer Erfahrung von Medikamentenmangel und vermeidbarem Leid heraus formte er Empathie in beharrliches, gut organisiertes Handeln.
Unter seiner Mitwirkung entstanden zahlreiche Projekte, zunächst vor allem in der Provinz Holguín, später auch in Pinar del Río, Havanna und Santiago de Cuba. Krankenhäuser wurden mit Betten, Röntgen- und Dialysegeräten ausgestattet, ganze Containerladungen mit medizinischen Geräten und Materialien machten eine Versorgung möglich, die sonst unter der Last der völkerrechtswidrigen Blockade der USA zusammengebrochen wäre.
Ärztliche Überzeugung und Internationalismus
Als Arzt beeindruckte ihn die hohe Qualität des kubanischen Gesundheitssystems und die Haltung der kubanischen Medizinerinnen und Mediziner, die Gesundheit nicht als Ware, sondern als Menschenrecht verstehen. Dieser Respekt für ein solidarisches Gesundheitssystem war für ihn Antrieb, über Deutschland hinaus aktiv zu werden und sich unter anderem im Vorstand von mediCuba-Europa einzubringen.
In dieser internationalen Arbeit verteidigte er ein Gesundheitsmodell, das sich den Interessen des Profits widersetzt und die Bedürfnisse der Verwundbarsten in den Mittelpunkt stellt. Damit stellte er sich bewusst gegen den „Raubtierkapitalismus“ des globalen Nordens und verkörperte eine Praxis, in der politische Überzeugung und tägliche, konkrete Hilfe untrennbar verbunden waren.
Verbundenheit mit Kuba und Anerkennung
Klaus Piel war für viele Menschen in Kuba nicht nur ein Partner, sondern ein Freund, dessen Nähe, Bescheidenheit und Verlässlichkeit tief berührten. Die Beziehungen zu Pinar del Río, zu befreundeten Organisationen und zu den Menschen vor Ort wuchsen zu einem Geflecht des Vertrauens, das weit über Projektberichte und Statistiken hinausreicht.
Die Verleihung der Medalla de la Amistad (Freundschaftsmedaille) an seinem 75. Geburtstag in der kubanischen Botschaft in Berlin würdigte ihn als außergewöhnlichen Freund Kubas und als Symbol gelebter Völkerfreundschaft. Diese Auszeichnung war Ausdruck einer Wertschätzung, die viele in Kuba heute mit Schmerz, aber auch mit tiefer Dankbarkeit in Worte fassen.
Erbe und Verpflichtung
Für alle, die mit ihm gearbeitet haben, bleibt er Vorbild und Maßstab: für Klarheit im Urteil, Wärme im persönlichen Umgang und Zuverlässigkeit, wenn es darum ging, Hilfe tatsächlich dort ankommen zu lassen, wo sie gebraucht wurde. Es wird schwerer ohne ihn, aber sein Geist prägt Strukturen, Projekte und Freundschaften, die weitertragen werden.
Das humanistische Projekt, dem er sich verschrieben hatte, lebt in den vielen Initiativen für medizinische, soziale und kulturelle Zusammenarbeit weiter, die er angestoßen oder begleitet hat. In diesem Sinn ist sein Tod kein Ende, sondern eine Verpflichtung, die Hoffnung auf eine bessere, solidarische Welt nicht aufzugeben und die Zärtlichkeit der Völker weiter zu pflegen, die er so eindrucksvoll gelebt hat.
Cuba Sí - Regionalgruppe Paderborn
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